Retinol für schöne Haut:
Wirklich ein Alleskönner?
Was macht Retinol mit unserer Haut, wie wende ich es an und wie viel Retinol ist zu viel?
*Die auf dieser Seite bereitgestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen, nicht‑individuellen Information zu möglichen, ästhetisch orientierten Lösungsansätzen. Sie stellen keine medizinische Beratung, keine Diagnose und keine Empfehlung zur Behandlung dar. Eine Bewertung des konkreten Einzelfalls kann nur durch qualifiziertes medizinisches Fachpersonal erfolgen. Es wird daher ausdrücklich empfohlen, in jedem Fall eine ärztliche Untersuchung und Beratung einzuholen.
Retinol gilt als Wunderwaffe für schöne, gesunde Haut. Stimmt das? Wir erklären Dir, was hinter Retinol steckt, welche Wirkung es auf die Haut hat und was bei der Anwendung beachtet werden sollte.
Retinol ist ein Nährstoff, der unsere Haut frischer und glatter erscheinen lässt [2].
Was ist Retinol?
Von diesem Wirkstoff hast du bestimmt schon einmal gehört, denn er ist in vielen Kosmetikprodukten enthalten. Aber was ist es genau?
Anwort: ein fettlöslicher Nährstoff, der im allgemeinen Sprachgebrauch oft mit Vitamin A gleichgesetzt wird [5].Genauer gesagt gehört Retinol zur Gruppe der Retinoide und stellt eine zentrale Wirkform von Vitamin A dar, das lebenswichtig ist, da es an zahlreichen biologischen Prozessen beteiligt ist – etwa an der Embryonalentwicklung sowie der Aufrechterhaltung des Immunsystems, der Hautbarriere und des Sehvermögens [4,5].Zudem schützt es die Zellen als Antioxidans vor freien Radikalen bzw. schädlichen Umwelteinflüssen [4].
Unser Körper produziert Retinol nicht selbst, sondern nimmt seine Bausteine über die Nahrung auf [4]. Einen besonders hohen Vitamin-A-Gehalt haben Leber, Eier, Milchprodukte und fetthaltige Fischsorten (z.B. Aal), die Vorstufe Provitamin A gibt’s in Orangen, Spinat oder Karotten [5]. Leider fällt es dem Körper bedingt durch den natürlichen Alterungsprozesses irgendwann immer schwerer, Vitamin A umzuwandeln. Folge: Die Bindegewebszellen werden ausgezehrt, worunter die Haut leidet. Sie verliert an Feuchtigkeit, Elastizität und Spannkraft [1,2,3].
Hautpflege-Booster: Studien belegen die vielseitige Wirksamkeit
Die Wirkung von Retinol auf die Haut wurden in mehreren wissenschaftlichen Studien bewiesen[1,2,3].Das Molekül ist zerlegbar, kann daher in verschiedene Hautschichten eindringen und sich dort als eine Art Alleskönner entfalten[1,2,3].
So stimuliert Retinol die körpereigene Kollagenbildung, reguliert die Talgproduktion und stärkt die Hautbarriere, was der Feuchtigkeitsspeicherung dient. Es kann Unreinheiten mindern, die Hautstruktur festigen, Fältchen glätten, die Faltentiefe reduzieren, große Poren verkleinern und gegen Pigmentflecke sowie Sonnenschäden helfen[1,2,3]. Sprich: Retinol bekämpft die Zeichen der Hautalterung und lässt das Erscheinungsbild frischer, glatter, ebenmäßiger erscheinen[1,2,].Grundsätzlich eignet sich die Substanz für fast jeden Hauttyp inklusive empfindlicher Haut [2,3].
Welche Produkte mit Retinol gibt es?
Frei erhältlich auf dem Kosmetikmarkt findest du Retinol als Inhaltsstoff von Gesichtscremes, Seren, Masken und Ölen. Daneben kann das A-Vitamin in Form von Tabletten/Kapseln zur Nahrungsergänzung eingenommen oder als Peeling benutzt werden. Exfoliants mit Retinol solltest Du nicht alleine durchführen – hier müssen Experten ran.
Mehr hilft mehr? Bei der Retinol-Anwendung gilt das Gegenteil
Worauf ist bei der Anwendung zu achten?
Ob in Eigenregie oder mit fachgerechter Unterstützung: Sehr wichtig ist es, nach Retinol-Anwendungen auf Sonnenbelastung zu achten, denn der Stoff macht deine Haut anfälliger für UV-Strahlen [3]. Masken o. ä. daher am besten abends anwenden und deine Haut im Anschluss mit einer Feuchtigkeitscreme unterstützen. Denke an den Sonnenschutz am nächsten Tag, am besten LSF 50. Und mixe Retinol besser nicht mit chemischen Peelings. Frauen mit Kinderwunsch, Schwangere und stillende Mütter sollten komplett auf Retinol verzichten oder sich im Zweifelsfall von ihrem Frauenarzt oder ihrer Frauenärztin beraten lassen [3].
Was sind mögliche Risiken und Nebenwirkungen?
Habe die Dosierung im Blick und folge der Anwendungsempfehlung des Herstellers oder deines Arztes bzw. deiner Ärztin. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) plädierte bereits 2014 dafür, die Aufnahme von Retinol bzw. retinol-ähnlichen Substanzen über Kosmetika zu begrenzen und für Lippen- und Körperpflegeprodukte völlig zu verbieten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche orale Zufuhr von unter einem Milligramm.
Nicht ungewöhnlich ist, dass Retinol zunächst trockene, irritierte oder brennende Stellen verursacht und die Haut sich schält [1,2,3]. Falls diese Erstverschlimmerungen innerhalb einer angemessenen Phase abklingen (innerhalb weniger Wochen), sind sie kein Grund zur Besorgnis, sondern ein Signal, dass deine Haut auf das neue Milieu reagiert.[2,3]
Was du jedoch wissen solltest: Bei einem Zuviel an Retinol droht eine Hypervitaminose A, also eine Überdosierungserscheinung [6]. Sie kann zu Kopfschmerzen und Erbrechen führen, bei chronisch überhöhter Aufnahme sogar eine Bandbreite an Konsequenzen haben: von aufgeplatzten Lippen über Knochen- und Muskelschmerzen und Haarausfall bis zu Erkrankungen der Leber. [6]
Welche Alternativen gibt es?
Retinol ist nicht der einzige Weg zu einem jüngeren, frischeren Teint. Die ästhetische Medizin kennt weitere Möglichkeiten, die Produktion von körpereigenem Kollagen anzuregen und die Hautqualität nachhaltig zu verbessern.
- Beim nicht-invasiven Verfahren Ultherapy® von Merz Aesthetics® werden mikrofokussierte Ultraschallwellen in tieferliegende Hautschichten geschickt, um die Haut für bis zu 12 Monate zu straffen und Falten zu glätten – ohne OP und ohne Ausfallzeit [8-11].
- Als minimal-invasive Methode fungiert der Skin Quality Booster Belotero® Revive, der Hyaluronsäure mit Glycerin kombiniert, um die Wangenhaut von innen heraus jünger, frischer, geschmeidiger auswirken zu lassen [7].
- Der Kollagen-Biostimulator Radiesse® (ebenfalls minimal-invasiv) kann sogar eine Dreifach-Wirkung auslösen: sofortige Faltenkorrektur durch Volumenaufbau, klarer definierte Gesichtszüge durch Lifting- und Konturierungseffekte sowie eine nachhaltig verbesserte Hautqualität [12-22].
Referenzen:
[1] Kong R, et al. A comparative study of the effects of retinol and retinoic acid on histological, molecular, and clinical properties of human skin. J Cosmet Dermatol 2015; 49-57
[2] Kafi R, et al. Improvement of Naturally Aged Skin With Vitamin A (Retinol). Arch Dermatol 2007; 143(5):606-612
[3] Mukherjee S, Date A, Patravale V, Korting HC, Roeder A, Weindl G. Retinoids in the treatment of skin aging: an overview of clinical efficacy and safety. Clin Interv Aging. 2006;1(4):327-348. doi:10.2147/ciia.2006.1.4.327
[4] O’Byrne SM, Blaner WS. Retinol and retinyl esters: biochemistry and physiology. J Lipid Res. 2013;54(7):1731-1743. doi:10.1194/jlr.R037648
[5] Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Vitamin A. DGE. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-a/.Accessed March 24, 2026.
[6] Liebler TM, Antwerpes F. Hypervitaminose A. DocCheck Flexikon. https://flexikon.doccheck.com/de/Hypervitaminose_A. Accessed March 24, 2026
[7] Hertz-Kleptow D, Hanschmann A, Hofmann M, Reuther T, Kerscher M. Facial skin revitalization with CPM®-HA20G: an effective and safe early intervention treatment. Clin Cosmet Investig Dermatol. 2019;12:563-572. Published 2019 Aug 13. doi:10.2147/CCID.S209257
[8] Fabi SG, Joseph J, Sevi J, Green JB, Peterson JD. Optimizing Patient Outcomes by Customizing Treatment With Microfocused Ultrasound With Visualization: Gold Standard Consensus Guidelines from an Expert Panel. J Drugs Dermatol. 2019;18(5):426-432.
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[22] Nowag B, Casabona G, Kippenberger S, Zöller N, Hengl T. Calcium hydroxylapatite microspheres activate fibroblasts through direct contact to stimulate neocollagenesis. J Cosmet Dermatol. 2023;22(2):426-432. doi:10.1111/jocd.15521